Liebe Musikfreunde,

 

die selbsternannten Retter unseres Abendlandes argumentieren gern mit der Volksgemeinschaft, die es zu schützen gilt, nennen ihre Kritiker Volksverräter und drohen ihnen mit dem Volksgerichtshof, den sie gern wieder hätten.
Was für eine entlarvende Sprache!

Doch ich will sie ernst nehmen und fragen: Welchen Wert hätte eine rassisch definierte Volksgemeinschaft im 21. Jahrhundert? Wäre sie für uns die schützende Höhle vor den Unbilden dieser Welt?

 

Wenn ich an meine frühe Kindheit denke, erinnere ich eine solcherart geschlossene Gesellschaft. Die endete an der Grundstücksgrenze unseres Spielplatzes. Über der Straße hinweg stand ein identischer 60er Jahre Neubau, in dem Kinder lebten wie wir. Von denen aber, so glaubten wir damals, hätten wir nichts Gutes zu erwarten. Wir kannten sie nicht. Es waren Fremde. Wir ließen sie nicht auf unseren Hof. Später in der Schule war es ähnlich, die Typen aus den Nachbarsklassen gehörten nicht zu uns. Im Fall einer Begegnung im Gang gab es Streit, böse Worte und Rangeleien.


Im Unterricht versuchten die Lehrer uns davon zu überzeugen, dass die Menschen im Westen unsere Feinde seien. Selbst die armen ausgebeuteten Arbeiter, weil die im Kriegsfall als Soldaten gegen unser Volk kämpfen würden. Zwar wurde uns internationale Solidarität eingepaukt, aber das blieb, wie so vieles eine ideologische Seifenblase, bunt schillernd, aber hohl:

Die Vertragsarbeiter aus Vietnam, Mozambique und Kuba wurden in Wohnheimen separiert, man könnte auch sagen: eingesperrt. Ein normaler menschlicher Kontakt war, wie auch zu den Tausenden russischen Soldaten, die hier stationiert waren, kaum möglich. Internationalität wurde, trotz gegenteiliger Ideologie, nicht gelebt, sondern verhindert.

Die Mauer war, auch in unseren Köpfen und im Alltag, allgegenwärtig.

Kein Wunder, denke ich manchmal, dass rassistisches Denken hier im Osten Deutschlands einen so reich gedüngten Nährboden fand.

 

Jeder Mensch, jedes Land zieht seine Grenzen. Das ist in Ordnung. Aber Grenzen dürfen uns nicht ultimativ trennen, sie müssen überwindbar sein. Kein Mensch kann allein leben. Und wenn wir als Menschen auf unserem Planeten überleben wollen, dann müssen wir mittelfristig unsere Grenzen in Frage stellen. Denn lange schon leben wir nicht mehr im geschlossenen Hof unserer Kindheit. Die globalen Probleme, die vor uns und unseren Kindern liegen, sind viel zu groß, um sie national zu lösen. Wir müssen lernen, uns als Menschen-Volk zu begreifen, mit verschiedenen Sprachen, Kulturen, Farben, Religionen. Was wir brauchen ist eine Wertegemeinschaft, in der die Menschenrechte ernst genommen werden. Darüber lohnt sich jedes Gespräch. Es ist an der Zeit, uns über unsere Unterschiede hinweg besser kennen zu lernen. Musik, denke ich, kann da ein guter Anfang sein. Am besten natürlich Musik zwischen den Welten ...


Die möchte ich Ihnen gern auch weiterhin empfehlen.

Mit menschlichen Grüßen - Ihr Andreas Grosse

 

 

05.05.2016

Die neue Konzertbroschüre,

gültig für den Zeitraum

AUGUST - NOVEMBER 2016,

ist in Planung und Arbeit.

Fertig vorliegen und versandt werden soll sie ab Mo. 20.06.

ber 4.950 Abonnenten

erhalten die Broschüre mit der Post frei Haus.


Melden Sie sich, wenn auch Sie zum Kreis der Abonnenten gehören möchten.

Melden Sie sich, wenn Sie in dieser Broschüen ihre Kultur- oder Geschäfts-ANZEIGE veröffentlichen möchten.

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18.05.2016

Aufruf an singende Männer (aus Dresden und Umgebung):


Die wunderbare holländische Sängerin Chantal Acta möchte ihr nächsten Konzert in Dresden (geplant für vorauss. März 2017) mit einem 12-köpfigen Männerchor gestalten.

Den Chor wird sie nicht mitbringen - die Sänger sollten vor Ort sein.
 

Deshalb die Frage | der Aufruf: Wer hat Lust, da mitzutun?

Wer kennt einen Männerchor (oder auch einzelne Sänger), die sich da angesprochen fühlen?

Bitte meldet Euch!
 

Zum Reinhören klick aufs Bild.

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AUS AKTUELLEM ANLASS

Klick auf das Bild!

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N  E  W  S

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30.03.2016

Voll Trauer und Bestürzung

habe ich heute vom Tod des italienischen Musikers GIAN MARIA TESTA erfahren.

Mehrmals in den vergangenen Jahren hatte ich die große Freude, diesen immens wachen, ebenso klugen wie zärtlich fühlenden Poeten und Sänger kennenlernen und ihn innerhalb dieser Konzertreihe vorstellen zu können. Auf seinem Album "Da questa parte del mare" hatte er bereits 2006 die Flüchtlings-Thematik künstlerisch angesprochen - ein Thema, das uns damals noch weit entfernt schien und das uns heute umso unausweichlicher einholt.

"Es ist wohl das Schicksal der Menschen, immer wieder dorthin zu flüchten, wo man meint, dass es besser sein könnte. Wir, die Italiener, aber auch ganz Europa, wir sind doch selbst oft Flüchtlinge gewesen. Wir sind emigriert. Um 1890 sind um die 30 Millionen Italiener emigriert. Es gibt also ein anderes Italien außerhalb von Italien. Und jetzt sind wir an der Reihe, die aufzunehmen, die kommen. Aber das ist doch keine Invasion. Das ist lediglich der Versuch der Menschen, sich zu retten. Wenn ich in Afrika leben würde, meine Kinder nicht ernähren könnte und zusehen müsste, wie sie sterben, dann würde ich auch lieber gehen und versuchen, sie zu retten."

Gianmaria Testa

im Interview mit BR-KLASSIK im Oktober 2015

 

Für Januar diesen Jahres war ein Konzert mit ihm in Dresden geplant, dass wir wegen seiner Erkrankung absagen mussten.

Wir hofften damals, es zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können.

Dieser Wunsch wird leider unerfüllt bleiben.

 

Ruhe in Frieden.

 

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01.10.2015

Die neue SAX ist da - mit

einem Artikel zu "10 Jahre

"Musik zwischen den Welten"

Und hinten im Heft gibt es das Plakat "Mein Name ist Mensch!" - Find ich toll!

Herzlichen Dank an die SAX!

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18.09.2015

Die zweite Auflage des Plakats Mein Name ist Mensch ist erschienen. Mit dabei sind nahezu alle Künstler, die bis Jahresende 2015 bei MZDW musizieren.

Die Plakate werden bei den Konzerten zur Mitnahme ausgelegt. Um eine Spende

wird dringend gebeten - diese kommt der Arbeit des Hilfsvereins ARCHE NOVA zugute.

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15.03.2015

Als Reaktion auf die politische Situation in Dresden entwickelte ich Ende letzten Jahres unten stehendes Plakat.

 

Die erste Auflage in Höhe von 1.000 Exenmplaren war schnell vergriffen. Zu Beginn der neuen Saison wird es eine zweite Auflage geben.

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07.03.2014

Zur Eröffnung der Ausstellung "Das neue Deutschland -

Von Migration und Vielfalt" im Deutschen Hygiene-Museum Dresden sprach Dresdens Oberbürgermeisterin Helma

Orosz in ihrem Grußwort u.a.:


"Beispiele für ein gelungenes Miteinander gibt es jede Menge..." Die dann folgende Aufzählung einiger integrativ wirkender Projekte endet mit:
"Und so hat die Konzert-

reihe MUSIK ZWISCHEN DEN WELTEN das wohl treueste Stammpublikum."


Fein!

Dieser Blumenstrauß geht an SIE - an das nicht nur treueste, sondern auch freundlichste, interessierteste und überhaupt beste Publikum, welches man nur haben kann ;-)
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05.11.2012

Laut Einschätzung der Musikzeitschrift FOLKER (Ausgabe 11/12 2012) präsentiert MUSIK ZWISCHEN DEN WELTEN "seit Jahren das beste Welt- und Folkmusik-

programm Deutschlands".  

 

Danke für die Blumen!

Der Artikel schließt mit dem

etwas tapsig formulieren Aufruf

"... wenn Ihr in der Dresdner

Kante seid, die Konzerte besuchen!"

 

Das ist sicher keine schlechte Idee, der ich mich hiermit gern anschließen möchte ...

 

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01.07.2012

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