Liebe Musikfreunde,

 

im Herbst 2015 war es, als die Frau aus Dresden mit Empörung in die Kamera des ZDF sprach. „Die ganzn Jahre hatma unsre Ruhe. Und jetzt komm die ganzn Asylandn...!“

Ich sah es und erinnerte mich an ein anderes, früheres Erlebnis:


Es war im August 2009. Das damals neue Team des Staatsschauspiels Dresden nutzte das Dresdner Stadtfest, um sich mit seinen frischen Ideen und Konzepten an einem kleinen Info-Stand den Menschen dieser Stadt vorzustellen. Auch ich bin da hin, neugierig darauf und auf die neuen Mitarbeiter des frisch gekürten Intendanten Wilfried Schulz.
Am Stand des Theaters entdeckte ich eine mir unbekannte Mitarbeiterin, der ich mich und die sich mir vorstellte.
In unser Gespräch hinein platzte ein älterer Herr mit tropfenförmiger Statur, der mit seltsamer, irgendwie beleidigter Miene in den ausliegenden Infoblättern wühlte, um dann der neuen Kollegin des Theaters in rüdem Ton mitzuteilen:

„Ja früher, da war ich auch oft im Theater. Aber seit jetzt die ganzen West-Ärsche hier sind geh ich nimmer hin!“


Für einen Moment waren wir beide sprachlos. Die neue Kollegin, das hatte sie mir erzählt, hat vorher in Hannover gearbeitet. Im Westen also. Ursprünglich kam sie aus Berlin. Ost oder West? Das hatte ich vergessen. Aber was spielte es für eine Rolle? Ich merkte, dass ich wütend wurde. Ich schaute dem Mann in die Augen und entgegnete ihm so ruhig, wie ich nur konnte:

„Wissen Sie, ich als alter Ostler bin heilfroh, dass die, wie Sie sie nennen: ‘West-Ärsche‘ jetzt hier sind in der Stadt, denn allein mit solchen Ost-Är .... (upps!) wie Ihnen wäre es nicht auszuhalten.“


Vielleicht ist ja die Furcht vor dem Fremden und das Beharren auf dem Altbekannten menschlich verständlich.

Vielleicht wollte ja auch die Mehrheit unserer Vorfahren nie wirklich runter vom Baum. Anzunehmen ist es, denn immer noch hocken wir auf unseren Bäumen, in der Hoffnung, so das gefürchtete Unbekannte und Böse zu vermeiden.


Doch genauso wenig wie damals für den „Ossi“ der „Wessi“ als Feindbild taugte, genauso wenig sind es heute Asylsuchende, die vor Krieg und Terror fliehen. Das sind keine Feinde. Es sind Menschen in Not, die unserer Hilfe bedürfen.
Gefahr für das Leben erwächst immer aus Hass und Gewalt, wobei es ziemlich egal ist, welche Kluft die Gewalttäter tragen und welche Fahnen sie über ihren Köpfen schwenken. Die Grenze, die es zu bewachen gilt, ist vielleicht auch die Landesgrenze, vielmehr aber ist es die Grenze zwischen Menschlichkeit und Barbarei. Und die verläuft auch in uns selbst.


Sicher wird es weder einfach noch konfliktfrei, wenn sich Menschen anderer Kulturen zahlreich hier integrieren wollen, sollen, müssen. Das wird einiges abverlangen von ihnen. Von uns, den schon länger hier Verweilenden, aber auch.
Dass wir Menschen anderer Kulturen immer und zuallererst als Individuen und Mit-Menschen ansehen, anerkennen und annehmen, dazu kann und möchte diese Konzertreihe beitragen.

 

In diesem Sinne verbleibe ich mit den besten Wünschen auf eine frohe Weihnacht des Mitgefühls  und ein friedvolleres neues Jahr - ihr

Andreas Grosse

 

 

   AUS AKTUELLEM ANLASS

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N  E  W  S

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15.01.2016

Die neue MZDW-Broschüre

gültig für MÄRZ - JUNI 2016, ist in Arbeit. Gedruckt wird ab vorauss. 08.02., ausgelegt und versendet ab 15.02.

Dies könnte der Titel sein ...

 

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Übrigens: 

Über 4.500 Abonnenten erhalten diese Broschüre mit der Post frei Haus.

Der andere Teil der Auflage wird in Kulturinstitutionen, Kinos, Vorverkaufskassen und besonderen Geschäften zur Auslage gebracht.

 

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01.10.2015

Die neue SAX ist da - mit

einem Artikel zu "10 Jahre

"Musik zwischen den Welten"

Und hinten im Heft gibt es das Plakat "Mein Name ist Mensch!" - Find ich toll!

Herzlichen Dank an die SAX!

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18.09.2015

Die zweite Auflage des Plakats Mein Name ist Mensch ist erschienen. Mit dabei sind nahezu alle Künstler, die bis Jahresende 2015 bei MZDW musizieren.

Die Plakate werden bei den Konzerten zur Mitnahme ausgelegt. Um eine Spende

wird dringend gebeten - diese kommt der Arbeit des Hilfsvereins ARCHE NOVA zugute.

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15.03.2015

Als Reaktion auf die politische Situation in Dresden entwickelte ich Ende letzten Jahres unten stehendes Plakat.

 

Die erste Auflage in Höhe von 1.000 Exenmplaren war schnell vergriffen. Zu Beginn der neuen Saison wird es eine zweite Auflage geben.

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07.03.2014

Zur Eröffnung der Ausstellung "Das neue Deutschland -

Von Migration und Vielfalt" im Deutschen Hygiene-Museum Dresden sprach Dresdens Oberbürgermeisterin Helma

Orosz in ihrem Grußwort u.a.:


"Beispiele für ein gelungenes Miteinander gibt es jede Menge..." Die dann folgende Aufzählung einiger integrativ wirkender Projekte endet mit:
"Und so hat die Konzert-

reihe MUSIK ZWISCHEN DEN WELTEN das wohl treueste Stammpublikum."


Fein!

Dieser Blumenstrauß geht an SIE - an das nicht nur treueste, sondern auch freundlichste, interessierteste und überhaupt beste Publikum, welches man nur haben kann ;-)
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05.11.2012

Laut Einschätzung der Musikzeitschrift FOLKER (Ausgabe 11/12 2012) präsentiert MUSIK ZWISCHEN DEN WELTEN "seit Jahren das beste Welt- und Folkmusik-

programm Deutschlands".  

 

Danke für die Blumen!

Der Artikel schließt mit dem

etwas tapsig formulieren Aufruf

"... wenn Ihr in der Dresdner

Kante seid, die Konzerte besuchen!"

 

Das ist sicher keine schlechte Idee, der ich mich hiermit gern anschließen möchte ...

 

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01.07.2012

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